Leonie (27), Studentin, aus Wien empfiehlt „Briefe an einen jungen Dichter“ von Rainer Maria Rilke.

1. Worum geht es für dich in dem Buch?
Franz Xaver Kappus, eine von Zweifeln geplagte Künstlerseele, wendet sich hilfesuchend an sein Vorbild, Rainer Maria Rilke. In dem Buch sind zehn Antwortbriefe Rilkes an den jungen Dichter abgedruckt. Es geht um Leidenschaft an einer Sache und den Blick nach Innen.

2. Warum empfiehlst du dieses Buch?
Rilke rät seinem jungen Freund, in sich hineinzuhören, zum Suchen, aber gleichzeitig auch zum Nicht-Finden-Müssen. Es ist ein kleines Buch voll Poesie, voll simplen, aber doch wahrhaftigen, manchmal gar nicht als solche daherkommenden Ratschlägen.

3. Du hast den letzten Satz gelesen, schlägst das Buch zu. Was bleibt?
… der Blick nach Innen? Und ein bisschen vielleicht auch die Frage nach der Leerstelle, dem unbekannten Franz Xaver Kappus und seinem Schreiben.

4. Wann bist du dem Buch zum ersten Mal begegnet?
Es war ein langer kanadischer Winter, mit einem Freund habe ich das Buch gelesen und wieder gelesen. Und schon in Sister Act überreicht Whoopie Goldberg Rilkes Briefe an eine ihrer Studentinnen: „If you wake up in the morning and you can’t think of anything but singing first than you are supposed to be a singer, girl!“

Rainer Maria Rilke. Briefe an einen jungen Dichter. 1929