Isa (28), Soziologin, aus Wien empfiehlt „Die Blechtrommel“ von Günter Grass.

1. Worum geht es für dich in dem Buch?
Ein zynischer Zwerg trommelt sich durch den Zweiten Weltkrieg und führt dabei herrschende Werte, gesellschaftliche Normen und den westlich sozialisierten Menschen ad absurdum.

2. Warum empfiehlst du dieses Buch?
Es ist schon ein kleines Wagnis, dieses Buch zu empfehlen, denn so ein manches Mal muss man sich doch durch nicht enden wollende Schachtelsätze kämpfen. Dennoch: die Mischung aus Spott, Skurrilität, Zynismus und Ernst, mit der sich Grass an dieses große Thema wagt, führt zu einem einzigartigen Werk.

3. Du hast den letzten Satz gelesen, schlägst das Buch zu. Was bleibt?
Das Unverständnis, die Ohnmacht und auch Leere, die sich bei der Lektüre von Geschriebenem einstellt, das sich mit dem Zweiten Weltkrieg befasst. Ein Gefühl, das sich leider auch viel zu häufig im Alltag einstellt, sobald man auch nur aus dem Fenster blickt.

4. Was ist Dein Lieblingszitat?
„Es war einmal ein leichtgläubiges Volk, das glaubte an den Weihnachtsmann, aber der Weihnachtsmann war in Wirklichkeit der Gasmann.“

Günter Grass. Die Blechtrommel. 1959