Bodo (28), Krankenpfleger, aus Oberhausen empfiehlt „Morgen ist leider auch noch ein Tag. Irgendwie hatte ich von meiner Depression mehr erwartet“ von Tobi Katze.

1. Worum geht es für dich in dem Buch?
Gespräche beim Therapeuten, Kneipenabende, Tage im Bett, Partys, Besuche bei der Familie, Auftritte: Tobi Katze schreibt auf amüsante Weise über sein tägliches Leben und seinen Umgang mit Depressionen. Für mich zeigt er mit dem Buch auf, dass Humor und Zynismus wirkungsvolle Mittel sein können mit gewissen Krankheiten umzugehen und den Bezug zu sich selbst und zu seiner Umwelt nicht zu verlieren.

2. Warum empfiehlst du dieses Buch?
Zunächst einmal, weil es ein lustiges Buch ist. Und damit meine ich lustig im besten Sinne, nicht à la deutsche Comedians. Und weil es gerade durch die humorvolle Schreibweise gelingt, auf der einen Seite die Härte von Krankheiten wie Depressionen klar herauszustellen, es wird nichts beschönigt, auf der anderen Seite aber auch Wege aus dem inneren Gedankenkarussell aufzuzeigen.

3. Du hast den letzten Satz gesehen, schlägst das Buch zu. Was bleibt?
Zunächst eine gewisse Traurigkeit. 30 Minuten, nachdem ich den letzten Satz gelesen habe, bin ich aber zum ersten Mal seit vielen Monaten wieder zur Arbeit gelaufen, statt mit der Straßenbahn zu fahren. Das werte ich als gutes Zeichen.

4. Wann bist du dem Buch zum ersten Mal begegnet?
Aus Langeweile habe ich während einer Zugfahrt im Magazin der Deutschen Bahn geblättert. Zuerst dachte ich mir, dass ein dort vorgestelltes Buch nur mies sein kann, aber der Textauszug hat mich eines Besseren belehrt. Ich danke also der Bahn für diese Entdeckung, auch wenn ich mich peinlicherweise etwas für den Ort aka „mobil“ schäme (so muss es Menschen gehen, die sich auf Tinder kennengelernt haben).

Morgen ist leider auch noch ein Tag. Irgendwie hatte ich von meiner Depression mehr erwartet. Tobi Katze. 2015