Adrian (32), Angestellter, aus Wien empfiehlt „Ubik“ von Philip K. Dick.

1. Worum geht es für dich in dem Buch?
Das Buch stammt aus dem Jahr 1966 und beinhaltet eine Zukunftsversion des Jahres 1992. In dieser existieren sogenannte Psi-Phänomene, Menschen mit besonderen Talenten wie u.a. Telepathie. Hauptfigur des Romans ist Joe Chip, Mitarbeiter einer Firma, die diese „Antitalente“ anheuert bzw. vermittelt. Bei einer undurchsichtigen Betriebsreise auf den Mond geschieht ein verheerender Anschlag, bei dem der Firmenchef Glen Runciter stirbt. Das Team rund um Joe Chip kann vom Mond fliehen und muss sich eilen, Runciter in ein Moratorium zu transportieren. Denn in der nahen Zukunft kann die Gehirnaktivität von Menschen, die unmittelbar nach dem Tod eingefroren wurden, für eine gewisse Zeitspanne aufrechterhalten werden – dieser Zustand wird „Halbleben“ genannt. Doch bereits auf dem Flug zurück zur Erde beginnt sich die Wirklichkeit zu verändern.

2. Warum empfiehlst du dieses Buch?
Als jemand, der sämtliche Science-Fiction-Geschichten von Philip K. Dick gelesen hat, ist „Ubik“ für mich sein bestes Buch. Es ist eine gelungene Mischung aus Science Fiction, Mystery, Psychologie und Philosophie. Während in vielen anderen von Dicks Büchern die Psi-Phänomene wiederholt auftreten, so ist die Story rund um das „Halbleben“ ein besonderer Part in Dicks Erzählwerk. Joe Chip als Hauptfigur ist ein liebenswerter Antiheld, der sich sichtbar von der handelsüblichen Schwiegersohn-tauglichen Massenware abhebt.

3. Du hast den letzten Satz gelesen, schlägst das Buch zu. Was bleibt?
Eine Menge Fragen: Was passiert nach dem Tod? Bin ICH wirklich HIER? Eine immer wieder kehrende Frage in Philip K. Dicks Büchern ist: Wie real ist die Realität? Oder weiterführend: Wie real ist MEINE Realität? Eine Geschichte hat immer mehrere Zu- und Abgänge, genau wie das Leben oder auch das „Halbleben“, welches in „Ubik“ beschrieben wird. Was abseits dieser Wege bleibt, ist ein schönes Konstrukt aus Möglichkeiten, das als Gesamtkunstwerk für sich selbst steht.

4. Wann bist du dem Buch zum ersten Mal begegnet?
Ein guter Freund hat mich auf die Frage, welches Sci-Fi-Buch ich als nächstes lesen sollte, auf „Ubik“ verwiesen. Ich habe es in Rekordzeit verschlungen und war hellauf begeistert. Also las ich direkt hinterher auch das Drehbuch, das Dick für den Film geschrieben hat, der letztendlich aber nie realisiert wurde. Da das Buch nur geliehen war, musste ich es wenig später wieder retournieren, bis mir vor wenigen Monaten eben jener gute Freund zum Geburtstag ein Exemplar überreichte.

Philip K. Dick. Ubik. 1969