Lena (28), Studentin, aus Wien empfiehlt „Goldjunge“ von Joseph Finder.

1. Worum geht es für dich in dem Buch?
Es geht um die Perspektiven und Belange eines eigentlich einfachen, aber dennoch sehr intelligenten jungen Mannes, der sich bei seinem Job als kleiner Angestellter einen groben Fehler leistet. Er hat nun die Wahl: Gefängnis oder Wirtschaftsspionage. Er entscheidet sich gegen Option eins und wird als Spion in das Unternehmen des Hauptkonkurrenten eingeschleust. Bittererweise stellt sich sein neuer Chef als freundlich, gar väterlich heraus, was die Spionage nicht gerade einfacher macht.

2. Warum empfiehlst du dieses Buch?
Eigentlich entspricht das Buch überhaupt nicht meinem präferierten Genre, weder Titel noch Cover haben mich angesprochen. Da ich aber auf Reisen zufällig darauf gestoßen bin, habe ich begonnen es zu lesen – und konnte nicht mehr aufhören. Das Buch ist unglaublich spannend und auch witzig geschrieben. Es kommt immer wieder anders als gedacht.

3. Du hast den letzten Satz gelesen, schlägst das Buch zu. Was bleibt?
Verrückte Wendung. Gibt es eine Fortsetzung? (ich glaube nicht)

4. Was ist deine Lieblingspassage?
„Sie haben mir Frostschutzmittel in den Kaffee getan. Ich hab’s rausgeschmeckt. So was nennt man ‚Gerontozid‘, ‚Altenmord‘.“
„Wenn ich Sie umbringen wollte, würde ich was Stärkeres nehmen als Frostschutzmittel“, fauchte sie zurück. Sie sprach immer noch mit starkem irischen Akzent, obwohl sie bereits seit über zwanzig Jahren hier lebte. Dad unterstellte seinen Pflegerinnen immer, sie wollten ihn umbringen. Und wenn es stimmte, wer konnte es ihnen verdenken? „Er hat mich mit einem Wort beschimpft – das ich nicht einmal wiederholen kann.“
„Verdammte Scheiße noch einmal, ich habe sie eine ‚Fotze‘ genannt. Das ist ein höfliches Wort für ihresgleichen. Ich sitze hier mit meinen gottverdammten Schläuche, und dieses Miststück misshandelt mich.“

Joseph Finder. Goldjunge. 2004