Nika (29), PR Chefin und Schriftstellerin, aus Frankfurt am Main empfiehlt „Die Geschichte der Nacht“ von Colm Tóibín.

1. Worum geht es für dich in dem Buch?
Für mich ist dieses Buch ein beinahe verstörend intensives Mahnmal gegen unsere Gesellschaft. Es macht auf Probleme aufmerksam, die in unserer Zeit leider noch immer Tabuthemen sind.

2. Warum empfiehlst du dieses Buch?
Die Aussage dieses Buches ist heute noch immer brandaktuell. Tóibín behandelt auf eine sehr sensible Art Themen wie die Schwierigkeit emotionaler Selbstfindung, gesellschaftliche Ausgrenzung, berufliche Integration und den noch immer totgeschwiegenen Kampf gegen HIV.

3. Du hast den letzten Satz gelesen, schlägst das Buch zu. Was bleibt?
Unsagbare Wut über die Intoleranz und Gleichgültigkeit der Welt, in der wir leben, sowie das Unverständnis, wie man die Augen vor eben dieser verschließen kann. Es bleibt aber auch Hoffnung, dass in all unseren Schwächen die Energie steckt, etwas zum Positiven zu verändern.

4. Wann bist du dem Buch zum ersten Mal begegnet?
Im Spätsommer 2014 bin ich zufällig an einer Bücherkiste im Mehrgenerationenzentrum vorbeigelaufen, in der ich dieses Buch sofort im Blickfeld hatte. Irgendetwas hat mich in diesem kurzen Augenblick bereits gefesselt, mich mit einer seltsamen Neurgierde angezogen. Der Titel „Die Geschichte der Nacht“ klang wie ein Abgrund in der Seele.

Colm Tóibín. Die Geschichte der Nacht. 1999