Gerhard (58), IT-Berater, aus Graz empfiehlt „Fermats letzter Satz. Die abenteuerliche Geschichte eines mathematischen Rätsels“ von Simon Singh.

1. Worum geht es für dich in dem Buch?
Für mich geht es grundsätzlich um die Geschichte des Mathematikers Andrew Wiles, der es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, seinen Jugendtraum umzusetzen, indem er einen Beweis für die 300 Jahre alte Fermatsche Vermutung entwickelt. Über 30 Jahre seines Arbeitslebens hat er damit verbracht, dieses Problem zu lösen.
Daneben geht es um verschiedenste Aspekte der Zahlentheorie sowie des mathematischen Denkens und um die Beiträge diverser Persönlichkeiten, die in der Vergangenheit an diesem Thema gearbeitet haben. Auch die persönlichen Schicksale und Gefühle dieser Forscher werden geschildert – und das macht das Buch umso lesbarer.

2. Warum empfiehlst du dieses Buch?
Ich empfehle dieses Buch allen naturwissenschaftlich Interessierten. Obwohl es kein tieferes mathematisches Wissen voraussetzt, gibt es dennoch spannende Einblicke in die mathematische Denk- und Arbeitsweise. Denn Mathematik ist für alle Naturwissenschaftler – Physiker, Chemiker, Biologen etc. – ein grundlegendes Werkzeug. Und trotzdem bleiben die Gedankenwelt und Arbeitsweisen der Mathematiker eigentlich uns allen wenig begreifbar.

3. Du hast den letzten Satz gelesen, schlägst das Buch zu. Was bleibt?
Erstens die Erkenntnis, dass man 30 Jahre lang mit vielen Widrigkeiten und Rückschlägen an etwas arbeiten kann, um dann letztlich doch Erfolg zu haben.
Und zweitens bleibt für mich ganz besonders das Geheimnis übrig, welchen „wahrhaft wunderbaren“ Beweis eigentlich Fermat für seine Vermutung im 17. Jahrhundert gehabt hat, den er nicht auf dem zu schmalen Rand seiner Ausgabe der „Arthmetica“ unterbringen konnte. Mit den damaligen Mitteln der Arithmetik hätte sein Beweis vermutlich nicht so komplex sein können wie der, den letztlich Wiles erbracht hat.

4. Was ist Dein Lieblingszitat?
Eine meiner Lieblingspassagen ist folgendes Zitat von Howard W. Eves, weil es die Geschichte, die im Buch erzählt wird, so treffend beschreibt: „Ein fachkundiger Problemlöser muß zwei unvereinbare Qualitäten besitzen – rastlose Phantasie und geduldige Beharrlichkeit.“

Simon Singh. Fermats letzter Satz. Die abenteuerliche Geschichte eines mathematischen Rätsels. 1998