Solveigh (33), Landschaftsarchitektin, aus Hamburg empfiehlt „Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war“ von Joachim Meyerhoff.

1. Worum geht es für dich in dem Buch?
In dem Buch geht es um Jockis Erwachsenwerden in der Psychiatrie – sein Vater ist Direktor der Einrichtung Hesterberg und das Elternhaus liegt mitten auf dem Anstaltsgelände. Das Mädchen mit dem Schutzhelm, Egon, der gerne Drahtbügel biegt, der im Gras lauernde Tarzan, der Patient in Fantasieuniform, der alle Ankömmlinge mit „ficki, ficki“ begrüßt, Psychiatriekantine und Schreie in der Nacht – für Jocki ganz gewöhnlich. In Jockis Elternhaus wird gemeinsam gekocht, fröhlich gespielt und Pläne gemacht; nach vielen Jahren erst blickt Jocki hinter die brüchige Fassade der Familienidylle.

2. Warum empfiehlst du dieses Buch?
Die alltäglichen Erlebnisse mit den liebevoll-schrägen BewohnerInnen des Hesterberges, der Tod des Bruders, die Trennung der Eltern, die Schließung der Psychiatrie und das Doppelleben des Vaters erzählt aus der Sicht eines heranwachsenden Jungen – ich habe lange nicht mehr ein so lustiges und zugleich so trauriges Buch gelesen.

3. Du hast den letzten Satz gelesen, schlägst das Buch zu. Was bleibt?
Die große Frage: Wann wird es denn endlich so, wie es niemals war?

4. An welchem Ort hast du das Buch überwiegend gelesen?
Im Zug quer durch Norddeutschland. Aber irgendwann musste ich – so herzhaft lachend, dass meine Mitreisenden sichtlich gestört waren – das Buch zuklappen…

Joachim Meyerhoff. Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war. 2013.