Krystyna (29), Zahntechnikerin, aus Linz empfiehlt „Unterwerfung“ von Michel Houellebecq.

1. Worum geht es für dich in dem Buch?
In Michel Houellebecqs Roman „Unterwerfung“ wird Frankreich von einem islamischen Präsidenten und seiner Muslimbruderschaft beherrscht. Das Buch zeigt eine fiktive Variante auf, was eine „Islamisierung“ eines europäischen Landes (in diesem Fall Frankreich) mit sich bringen, verändern würde. Besonders die Rolle der Frau ist ein Aspekt, den ich als sehr spannend und auch aufreibend empfunden habe. Nicht nur, wie sie im Zuge der Islamisierung dargestellt wird, sondern, auch, welche Bedeutung sie für den Hauptcharakter François Hollande einnimmt.

2. Warum empfiehlst du dieses Buch?
Ich empfehle dieses Buch, weil es nicht nur spannend zu lesen ist, sondern auch Einblicke gibt in das, wovor sich viele Menschen fürchten. Ich denke es zeigt auf, dass der Mensch und die Individuen einer Gesellschaft zuletzt einfach sehr anpassungsfähig sind, wenn es denn notwendig ist. Aber auch, wie zerbrechlich und angreifbarer unser politisches System, die Demokratie, ist.

3. Du hast den letzten Satz gelesen, schlägst das Buch zu. Was bleibt?
Es bleibt ein gewisses Unbehagen. Das Buch ist nicht in den Bereich Feel-Good-Literature einzuordnen. Die Entscheidungen der Hauptfigur gefallen mir nicht, aber diese Auseinandersetzung mit Themen, die einem nicht nur behagen, ist das, was mir gefällt.

4. An welchem Ort hast du das Buch überwiegend gelesen?
Ich habe das Buch überwiegend, wie auf dem Bild abgebildet, in meinem Erker gelesen. Dort habe ich mir eine feine Leseecke eingerichtet, in der digitale Geräte keinen Platz finden.

Michel Houellebecq. Unterwerfung. 2015