Julia (29), Journalistin, aus Wien empfiehlt „Oh Schimmi“ von Teresa Präauer.

1. Worum geht es für dich in dem Buch?
Oh Schimmi ist ein Entwicklungsroman rund um einen gampigen, aufmüpfig-äffischen Affen-Burschen und die Frauen, die ihn umgeben und jene, die ihn meiden. Oh Schimmi ist auch Stil-Porträt des American Lifestyle à la Österreich. Über Sex und so vieles andere kann man halt nur auf Englisch singen.

2. Warum empfiehlst du dieses Buch?
Es gibt besonders erfrischende Tierwerdungen! U-u-u!

Zwar erzählt Oh Schimmi in dem Sinn keine Geschichte, sondern wird durch Sprache und Sprachspiel getragen. Trotzdem ist der Roman nicht konzeptuell, sondern poetisch, lustig und gescheit. Seine Figuren sind interessant und schräg, auch wenn sie sich mehr über Silben, Klang und Rap durch das Buch bewegen als durch Handlungen. Diese Kombination begegnet einem ja nicht allzu oft.

3. Du hast den letzten Satz gelesen, schlägst das Buch zu. Was bleibt?
Ein Ohrwurm. Das Buch ist ein langer, toller Funk-Song.

4. Wann bist du dem Buch zum ersten Mal begegnet?
Ich fand Teresa Präauers ersten Roman Johnny und Jean gut und wollte Oh Schimmi dann gleich bei seinem Erscheinen lesen. Schließlich musste ich aber bis zum Bauernsilvester 2017 warten und mich bis ins steirische Rottenmann verirren, wo Präauer gemeinsam mit Ferdinand Schmalz und Fiston Mwanza Mujila eine sehr großartige Lesung gegeben hat. Da hab ich das Buch dann endlich gekauft und am ersten Tag des Jahres auf einen Sitz gelesen.

Teresa Präauer. Oh Schimmi. 2016