Dolores (32), Dokumentarfilmerin, aus Wien empfiehlt „Dykes to watch out for“ von Alison Bechdel.

1. Worum geht es für dich in dem Buch?
Das Comic zeigt mit viel Humor und Selbstironie die Lebenswelten von Lesben der 1990er Jahre in den USA auf. Die Charaktere und ihre Geschichten sind zwar Kinder ihrer Zeit, dabei zugleich aber auch zeitlos – viele Parallelen finden sich zu heute und das nicht nur in den USA. Die Hauptcharaktere wie Mo, die Weltverbesserin, Lois, die Butch, oder das Vorzeigepaar Toni und Clarice sind witzig und charmant porträtiert. Alison Bechdel spielt mit Schubladen, schafft es dabei aber, nicht zu „schubladisieren“.

2. Warum empfiehlst du dieses Buch?
Weil es ein Buch ist, in das ich gerade jetzt im Sommer immer wieder gerne reinlese und das mich einfach zum Lachen bringt. Da es hauptsächlich kurze, witzig und pointiert gezeichnete Stories sind, ist es z.B. ideal zum Baden gehen, da man es immer wieder zur Hand nehmen kann.

3. Du hast den letzten Satz gelesen, schlägst das Buch zu. Was bleibt?
Ein dickes Schmunzeln und Lust auf mehr. Zeitweise löst es bei mir fast einen ähnlichen Suchtfaktor wie manche Serien aus, da es einerseits in sich abgeschlossene Strips sind, sich aber gleichzeitig die Geschichte der Hauptcharaktere weiterspinnt.

4. Wann bist du dem Buch zum ersten Mal begegnet?
Bis letzten Sommer kannte ich Alison Bechdel gar nicht (shame on me), bis mir meine jetzige Freundin von ihr erzählte. Sie meinte, ich erinnere sie an Mo, eine der Hauptcharaktere. Zuerst dachte ich mir, „Na super, ich ähnle einem Comiccharakter“, aber als ich dann das erste Mal in „Dykes to watch out for“ reinlas, musste ich ihr sogar – ein bisschen – Recht geben.

Alison Bechdel. Dykes to watch out for. 1986