Alice (37), Kfz-Mechatronikerin, aus Kleve empfiehlt „Die Eleganz des Igels“ von Muriel Barbery.

1. Worum geht es für dich in dem Buch?
Renée, eine Pariser Concierge Mitte fünfzig, gibt sich größte Mühe, dem Klischee einer Concierge zu entsprechen: einfältig, ungepflegt, Hühneraugen, Puschen an den Füßen, Proleten-Fernsehprogramm. Doch das ist alles Tarnung: Sie liebt Philosophie, klassische Literatur, französische Grammatik und japanische Filme. Das alles sollen die reichen Bewohner des Hauses jedoch nicht wissen, denn Renée findet es recht angenehm, als Inventar wahrgenommen zu werden – nämlich gar nicht. Auf diese Weise kann sie die Menschen um sich herum besser beobachten.
Paloma ist zwölf, hochintelligent und lebt als Tochter reicher Leute im selben Haus. Auch sie beobachtet ihre Mitmenschen lieber, als mit ihnen zu kommunizieren. Sie sieht die Verlogenheit und Falschheit der Erwachsenen und deren Welt und beschließt ganz rational, dass diese Welt nichts für sie ist und sie sich am Ende des Schuljahres das Leben nehmen wird. Es dauert eine Weile, aber schließlich treffen die beiden aufeinander und beginnen, hinter die Fassade des jeweils anderen zu blicken.

2. Warum empfiehlst du dieses Buch?
Ich mag den Mix aus intelligenten Gedanken, bissigem Humor und detaillierten Beobachtungen. Außerdem sind die Protagonisten so schön verschroben und zynisch.

3. Du hast den letzten Satz gelesen, schlägst das Buch zu. Was bleibt?
„Herrlich! Kann ich die Protagonisten bitte in meinem Haus wohnen haben?“

4. An welchem Ort hast du das Buch überwiegend gelesen?
Im Wintergarten, bei Sonnenschein. Und genau da passt es auch hin!

Muriel Barbery. Die Eleganz des Igels. 2006