Ole, Architekt, aus Wien empfiehlt „Ein Kind“ von Thomas Bernhard.

1. Worum geht es für dich in dem Buch?
In der Geschichte blickt der Protagonist auf seine Kindheit zurück: sein Verzweifeln an Institutionen und starren Regeln – sei es in der Schule oder im Landheim –, sein Zurechtfinden in verschiedenen Welten, Krieg und Nationalsozialismus, die innige Beziehung zum Großvater.

2. Warum empfiehlst du dieses Buch?
Mich hat der Perspektivenwechsel im Buch beeindruckt: Im einen Moment erleben die LeserInnen die wagemutige Radtour eines Achtjährigen auf dem Steyr Waffenrad mit, in dem anderen Moment sind sie mitten drin in der Reflexion eines Erwachsenen über Autoritarismus und Kindesmisshandlung.

3. Du hast den letzten Satz gelesen, schlägst das Buch zu. Was bleibt?
Erinnerungen an meinen eigenen Großvater, der auch so düster und bissig über die Welt philosophiert hat.

4. Was ist dein Lieblingszitat?
„Immer das Höchste im Auge haben! Aber was war das Höchste? Wenn wir uns umsehen, umgibt uns nur die Lächerlichkeit und die Erbärmlichkeit. Dieser Lächerlichkeit und dieser Erbärmlichkeit gilt es zu entkommen.“

Thomas Bernhard. Ein Kind. 1982