Sophia, Lektorin, aus Wien empfiehlt „Teich“ von Claire-Louise Bennett.

1. Worum geht es für dich in dem Buch?
Das Buch hat keine spektakuläre Handlung, was ich wunderbar finde, weil es viel um Sprache und Stimmung geht. Protagonistin ist eine junge Frau, die allein in einem alten Cottage an der irischen Westküste lebt. Sie erzählt von ihrem alltäglichen Leben, von den kleinen Dingen, der Schönheit und Eleganz des Alltäglichen. Scheinbar hat sie viel Zeit und kann sich einen fantasievollen Fokus und Konzentration auf das Wesentliche leisten. Sie ist weit weg von all der Ablenkung durch Konsum, Medien und Menschen.

2. Warum empfiehlst du dieses Buch?
Wegen seiner Ambivalenz. Die Beobachtungen der Erzählerin fangen hübsch und liebevoll an, schlagen dann Haken und enden oftmals in morbiden Assoziationsketten. Und weil das Buch sprachlich herausragend ist und zu einem neuen Blick auf Alltägliches verführt. Es ist selbstironisch, witzig, tiefsinnig und sexy. Vor allem ist es, ebenso wie seine Protagonistin, absolut schubladenuntauglich und das ist wunderbar, denn so bleibt es immer unberechenbar und ist damit für mich große Literatur.

3. Du hast den letzten Satz gelesen, schlägst das Buch zu. Was bleibt?
Ein anderer Blick auf alltägliche Dinge.

4. Was ist Dein Lieblingszitat?
„Birnen sind weniger gesellig.“

Claire-Louise Bennett. Teich. 2015